Donnerstag, 20. April 2017

Tieguanyin versus Dongding

Spontane Beiträge sind oft die Besten. Deshalb heute die beiden Tees, um die sich alles in der letzten Zeit dreht, wenn ich an klassische gerollte Oolongs denke…



Allerdings ist es kein direkter Vergleich, weil sie doch so unterschiedlich angelegt sind, dass sich das von selbst ausschließt. Es geht eher um den Geschmacksbereich, der mir zusagt und dass ich beide einmal direkt nebeneinander genießen konnte. Denn einzeln, ob in Ton oder Porzellan waren beide schon zu Gast an meinem Teetisch.
Links der Tieguanyin von Nannuoshan seit 1993 gelagert, deshalb ein ganz anderes Thema als rechts Dongding „Old Styl“ von Chentee.
Einzeln betrachtet, finde ich beide schön und sie haben sich als Oolongs im oberen Mittelfeld sehr gut behauptet.

Direkt nebeneinander in einem Porzelangaiwan zu 45ml je 2g mit heißem Wasser gegossen. Ziehzeiten bei 30s, 30s, 60s, 90s, 120s …



Als trockenes Blatt scheint der TGY etwas voluminöser, aber beide haben ähnliches Aussehen und duften dezent.  Erhitzt im warmen Gaiwan zeigen sich schon erste Aromen, die sich dann beständig durch alle Aufgüsse ziehen. Darin zeigt sich mir Qualität, denn es gibt keine abrupten Veränderungen und unangenehme Düfte.



Der Aufguss des DD ist zuerst deutlich heller, so dass ich mich entschlossen habe ihn immer zuerst zu schlürfen.

Ja, dass sind typische Dongdingaromen, helle fruchtige Noten, dieses Osmantus und insgesamt, was ich erwarte.  Der TGY ist natürlich dunkler im Aroma aber eben nicht wirklich mit starken „Lagerungsaromen“, wie ich es bei anderen schon erleben konnte. Er ist immer noch frisch und ich erkenne trockene Früchte wie Pflaumen oder Datteln…



Die feuchten Blätter beim DD sind dunkelgrün mit braunen Flecken und Rändern. Ich sehe einzelne Blätter und ganz wenig Stiele und einige Beschädigungen an den Blättern selbst. Beim TGY sind die Blätter schon etwas mürber und oft zerrissen.  Die Farbe ist dunkler aber es ist noch grün zu erkennen.



Insgesamt gefallen mir beide Tees auf ihre Art sehr gut und ich nehme sie mir schon etwas als momentane Eckwerte für zukünftige Vergleiche mit heran.


Dienstag, 18. April 2017

Monatsfavorit - Atessa #11 März-April: Matcha Koyamaen vs. Sunday Natural

Ohne Matcha geht bei mir derzeit gar nichts. Wirklich gar nichts. Ich habe angefangen meine Bachelorarbeit zu schreiben und komme kaum mehr zum Teetrinken. Mein liebster Begleiter beim "Durch-Bücherberge-Wühlen" ist meine Matchaschale...
Meine Matchavorräte waren ganz schnell aufgebraucht und es musste Nachschub her. Da ich mir sowieso ein paar Vitamine bestellen wollte, habe ich bei Sunday Natural bestellt und deren Matcha ausprobiert. Im Warenkorb ist einmal der Matcha Chitose gelandet, von dem ich 40 g für 11,90 € erworben habe (inzwischen scheint der Preis gestiegen zu sein, ich habe Anfang März 2017 bestellt.).  Der Matcha wird als "Basic" eingestuft. Außerdem habe ich 40 g des Matcha Shingetsu für 22,90 € gekauft, der in die "Premium"-Klasse eingestuft wird. Die Bilder in diesem Beitrag sind alle von dem Matcha Chitose, der niedrigeren Qualitätsstufe. Ich habe ihn mit dem Matcha Aoarashi von Koyamaen verglichen, der niedrigsten Qualitätsstufe von Koyamaen.

Vorne weg möchte ich sagen, dass ich bei dem Matcha Shingetsu kaum Unterschiede in Farbe und Geruch zum Aoarashi feststellen konnte. Einzig im Geschmack ist der Matcha von Koyamaen fruchtiger, etwas zitronig, aber beide schmecken mir sehr.
Links auf den Bildern steht immer die Schale mit dem Matcha von Sunday Natural, in der anderen Schale ist der Matcha von Koyamaen. Wie man auf den Bildern sehen kann lässt sich aber ein deutlicher Unterschied zu dem günstigeren Matcha Chitose feststellen. Er ähnelt in der Farbe dem Matcha von Arche, den ich 2013 getestet habe (und seither nicht mehr anrührte...). Ich hatte auch schon starke bedenken, dass er auch so unangenehm algig schmeckt...
Der Geruch war auf jeden Fall in Ordnung, beim Öffnen der Packung riecht man nicht viel, man muss mit der Nase schon nah ran gehen, um etwas zu riechen. Anders beim Aoarashi, da kommt beim Öffnen der Dose gleich ein unglaublich angenehmer Matchaduft in die Nase. Pluspunkt für Koyamaen.
Auch beim Anrühren mit kaltem Wasser kann man einen Unterschied feststellen, ich weiß allerdings nicht, ob das als Qualitätsmerkmal gelten kann. Der Matcha von Koyamaen löst sich nahezu vollständig von selbst im Wasser, währen der Chitose nur leicht abgelöst wird.
Nach dem Aufschlagen lassen sich auch Unterschiede feststellen: Der Schaum des Koyamaen-Matchas ist stabiler. Allerdings kann ich leider aufgrund von Handgelenksproblemen sowieso nicht so gut Matcha aufschlagen, mal funktioniert es gut, mal nicht, so wie leider auf dem Foto. Ich bin immer stolz, wenn ich einen tollen Schaum hin bekomme, so wie hier auf dem Bild (für mich ist das schon gelungener Schaum). Und ich habe leider keinen Mini-Matchabesen, der für die kleinen Schalen besser geeignet gewesen wäre, die ich zum besseren Vergleichen benutzt habe.

Aber was natürlich ganz wichtig ist: Der Geschmack. Zum Glück ist der Matcha Chitose nicht algig oder anderweitig unangenehm. Man kann ihn gut trinken, vielleicht ist er etwas muffig. Nichtssagend. In Ordnung, wenn man nichts anderes bekommen kann, aber kein Favorit. Aber schließlich ist er auch "nur" als Basic eingestuft. Vermutlich werde ich mich die nächsten Monate mal durch das Sortiment von Sunday Natural trinken, um euch genauer berichten zu können, welche Matchas zu empfehlen sind. Jetzt habe ich erst einmal wieder Nachschub von Koyamaen, eine Dose Aoarashi und einen Chigi no Shiro. Und der Chitose muss auch erst einmal getrunken werden.

Habt ihr Erfahrungen mit dem Matcha von Sunday Natural gemacht?

Herzliche Grüße,
Atessa

Donnerstag, 13. April 2017

Eine Reise durch Chen Tee’s Taiwan

Bei meiner Beschäftigung mit Tee ergeben sich oft zwei Möglichkeiten. Es gibt ein Ziel, eine Erkenntnis, die ich gewinnen will und ich beschäftige mich damit, strebe darauf zu. Oder ich lasse es geschehen und beobachte, was sich ergibt. Nur muss ich oft einen Anstoß geben und hoffe, dass etwas passiert. Meist geht das eine ohne das andere nicht.



Nun also fahre ich mit meiner Frau in die Stadt um ihr einen interessanten Teeort zu zeigen. Ich selbst war schon mal dort und hatte erste Eindrücke gesammelt. Aber ich mache mich frei davon, als ich die Tür mit einem Ruck öffne, gehe ich hinein und schaue mich um.

Das ist kein Teeladen im herkömmlichen Sinne hier. Keine lange Reihe von Dosen aus Blech, gefüllt mit Tee jedweder Art. Einzelne Dinge sind angeordnet, es ist schwer zu beschreiben, eher wie eine Ausstellung. In der Mitte ein riesiger Tisch, dessen Geschichte mir später noch dargereicht wird. Wobei Geschichten hier aus jedem Ding springen könnten. Und sich dann durch den gesamten Nachmittag ziehen werden.
Ich gehe einmal im Rund um Verschiedenes zu betrachten und ergebe mich dann doch diesem Sog des massiven Tisches, lasse mich daran nieder und beobachte ab jetzt einfach, was sich entwickelt.

Es wird eine ganze Geschichte, bestehend aus einzelnen Geschichten, erzählt vom Herren hinter dem Tisch und einem weiteren zufälligen Gast, der bescheiden und ruhig an der Stirnseite sitzen wird, hochgelobt vom Gastgeber. Jahrzehnte taiwanesischer Erfahrungen, die da zusammenfließen und uns teilhaben lassen an einer Welt, die uns selbst unbekannt ist.

Es gibt Tee. Ich bin bescheiden und setze meine Erfahrungen herab, weil ich um deren Unvollständigkeit weiß. „Aboriginal Wulong“ Und ich fragte mich schon vorher, was dieses „Aboriginal“ zu bedeuten hätte. Dieser Tee war eines der Ziele meiner Reise, denn er war mir beim ersten Besuch damals hochgelobt angekündigt worden aber nicht vorrätig.

Nun, diesmal gerade frisch eingetroffen, wie für mich bereit. Doch oh Schreck! Eine der Packungen scheint undicht zu sein und die Frage steht erschreckend laut im Raum: Ist er noch gut oder hat er Feuchtigkeit gezogen? Wir werden da gleich mit einbezogen, müssen ergründen, wie es um die „Gesundheit“ des Aboriginal zu stehen scheint.



Für mich ein sehr schöner Oolong klassischer Art, wie ich ihn mag, etwas zu stark gegossen für meinen Geschmack, aber deshalb nicht unangenehm. Wir erkennen typische Oolongaromen, etwas Osmantus, aber auch etwas Malziges. Wir probieren mehrerer Aufgüsse und kommen zu dem Schluss, dass der Tee frisch ist und nichts ihm geschadet hat.

Immer wenn ich dem Aroma eines Tees noch nachhänge, wird mir ein kleines Holz mit einer anderen Sorte Tee zugereicht, wird das Thema gewechselt, bekommen wir einen breitgefächerten Eindruck von Vielfalt.
Jetzt wird es „heller“, „grüner“. Es folgt ein „Abgesang“ auf eine Teeart, die es bedingt durch klimatische Veränderungen, sprich Regen, in Zukunft schwer haben wird, so wird mir erzählt.

Der „4 Seasons“, für mich ein leichter Frühstückstee, steht allgemein für taiwanesische Hochlandoolongs, die irgendwie aromatisch, aber auch weich im Hals sein sollen und trotz aller Wiedersprüche zum Thema Anbau und Verarbeitung, eine treue Fangemeinde haben.

Dann wird mir ein Tee zugereicht, der optisch absticht. Ich kannte japanische Stängeltees schon vorher, wusste aber nicht, dass auch so stark oxidierte Varianten angeboten werden. Überaschend starke Aromen, sowohl im Trockenen als auch im Aufguss, etwas schokoladiges, für mich persönlich etwas Malzkaffee. Also sehr interessant, aber eher für einen besonderen Tag und nicht so regelmäßig.
In der Holzschale befand sich nun ein Tee, der etwas wie „Kraut und Rüben“ aussah und mir trocken nach sehr wenig duftete. Aufgegossen wird es mir klar, dass der erdige Geruch und Geschmack nur ein Puerh sein kann, der schon einige Jahre gelagert hat. Angenehm ist, dass dieser Puerh nicht so aufdringlich, als im Sinne von muffig erscheint, sondern in seiner Zurückhaltung angenehm klar und „trocken“ rüberkommt.
Da ich im Nachhinein aus der Erinnerung schreibe, überlege ich gerade, wann wir nach Griechenland abgebogen sind? Es gab einen griechischen Bergtee, „direkt von den Göttern des Olymp gepflückt“, für mich so angenehm frisch und stark wie ich ihn noch nie vorher erleben konnte. Viele kräutrige Aromen wie Anis und Fenchel, etwas Minziges und sicherlich sehr ergiebig im Aufguss.



Mein Verhältnis zu Tieguanyin ist etwas gespalten. Aber ich wurde neben den „grünen“ Varianten jetzt auch schon mehrmals von gut verarbeiteten, oft gelagerten TGY überrascht. So auch von diesem bei „Chen Tee“ angebotenen. Der hat etwas hinter dem Aroma der Lagerung, was bei Geduld ganz gut zu erkennen ist und mir sehr gut gefällt.

Zum Abschluss gab es dann noch einen sehr dunkel oxidierten Oolong, der mich mit seinem klaren Aroma hinzu Hongcha verwöhnte, also einen Abschluss sowohl meiner körperlichen wie auch meiner geistigen Aufnahmefähigkeit bildete.
Schon fast im Hinausgehen bekomme ich noch zwei kleine Päckchen zugereicht in denen sich, wie ich später mit Freude feststellen kann zwei „namenlose“ Oolongs der grüneren aber sehr interessanten Art verbergen, die wir inzwischen natürlich schon ausgiebig verkostet und für sehr gut befunden haben.




Und so kann ich sehr angenehm an diesen Teenachmittag, durchsetzt mit vielen Geschichten rund um Tee und Taiwan, zurückdenken und, wenn ich jetzt im Nachhinein meine dort erworbenen Tees genieße, diese Bilder wieder aufleben lassen. Bilder die ich nicht durch Fotos belegen kann, da es mir immer unangenehm ist, solch runde Teeereignisse durch Fotoapparat- und Notitzblockhantierungen zu unterbrechen.


Dienstag, 11. April 2017

Monatsfavorit März # Thirsty

Mein Tee des Monats ist ein besonderer Ali Shan High Mountain Oolong von Teahome mit wundervollen Röstaromen.
Er begleitete Yemin und mich durch den Februar und März.
Die ersten Sonnenstrahlen kamen auf, der Frühling begann langsam, trotzdem hatte die Frühlingsmüdigkeit bei uns keine Chance.

Donnerstag, 6. April 2017

Teeblätter im Kühlschrank

Ich habe eine neue Verwendung für meine gebrauchten Teeblätter: Ich lass sie in einem Schälchen abkühlen und stelle sie dann so in den Kühlschrank.
Warum?
Die Teeblätter nehmen unangenehme Gerüche im Kühlschrank auf, ganz so, wie es die Bambuskohle auch tut.
Anlass dieses Experiments war eine Humusinvasion in meinem Kühlschrank. Der Liebste hatte für die Feiertage reichlich Humus mit noch reichlicherem Knoblauch hergestellt (was gut war) und eine Dose im Kühlschrank hinten vergessen (was nicht gut war). Besagte Dose hat angefangen zu schimmeln und hat den gesamten Kühlschrank mit...Duft erfüllt. Also: Dose raus, Teeblätter rein – und es hat funktioniert :)
Natürlich ersetzt das nicht die monatliche Reinigung mit Essig, aber irgendwie ist es schön, den Teeblättern noch einen weiteren Zweck zu geben.
Thirsty hat ein tolles Kissen mit wieder getrockneten Teeblättern, das steht auch noch auf meiner To-Do-Liste.

Liebste Grüße,
Atessa


Dienstag, 4. April 2017

Monatsfavorit - Februar/ März


Willkommen zurück auf unserem kleinen Tee Blog.  Ich freue mich euch ein weiteres Jahr mit spannenden Beiträgen unterhalten zu köffnen.  Ich wünsche euch viel Spaß uns 4 Authoren auf unserer Reise durch die Welt der Tees zu begleiten 6nd mit uns zu lernen.

Der Monat Februar und März war für mich sehr turbulent. Meine Tochter wurde im Februar geboren und wir gewöhnen uns zur Zeit aneinander.  
Deshalb ist mein absoluter Tee Favorit das "Teetrinken" an sich. Mit Säugling und Kleinkind fehlt da doch of die Zeit zu, umso mehr schätzt man die ruhigen Minuten. 
Wir verbringen die Tage noch zurückgezogen in Berlin und lassen uns von Oma verwöhnen, vor dem Alltag zu Hause fürchte ich mich schon sehr. Allein mit zwei Kindern ob da wohl Zeit für einen Tee bleibt?





Donnerstag, 2. März 2017

Blogpause


Auch dieses Jahr möchten wir wieder eine kleine Blogpause machen.  Diesmal habem wir uns den Monat März ausgesucht.
Wir haben wieder neue Beiträge ab dem 6. April für euch


Dienstag, 28. Februar 2017

Ausgetrunken #8- Atessa

In den letzten drei Monaten habe ich ganz wunderbare Tees getrunken. Meine Favoriten sind auf dem ersten Foto zu sehen: Eine Packung Li Shan Old Style von chenTee, ein Li Shan aus dem Berliner Teesalon, ein Gui Fei und ein sehr leckerer Ali Shan vom Tea Masters Blog. Bei allen Tees war eine Leerung dringend nötig ;)
Auf dem zweiten Bild haben wir eine Probe von TeeGeschwendner (Sumatra Oolong Barisal), die war ganz in Ordnung, gab aber nicht sonderlich viele Aufgüsse her. Außerdem ein Päckchen mit "Lebkuchentee" von Yemin, das war tatsächlich schon länger leer, hatte sich aber total vor mir versteckt.
Gut haben mir auch die zwei Baozhong geschmeckt, die ich von Yemin aufgrund besonderer Umstände adoptieren durfte. Beide sind von Tea Masters Blog, der Semi wild Baozhong – Jinxuan und ein Baozhong, plantation de 4 ans bezeichnet. Leider konnte ich die Tees auch nicht richtig würdigen, durch meinen Umzug habe ich sie eigentlich erst im neuen Jahr so richtig schätzen gelernt – dabei habe ich sie schon seit September glaube ich...
Jedenfalls freue ich mich sehr, dass ich endlich so einige Tees vernichten konnte, die zu schade sind um lange zu lagern ;)

Herzliche Grüße,
Atessa