Donnerstag, 28. Oktober 2010

On Tour - Teezeremonie im Teeteufel


Nun ist es schon ein paar Tage her aber ich möchte nicht missen euch ein bisschen von diesem Event zu erzählen.

Es war das Hauptmannsfest am 16. Oktober. Am Hauptmannsfest sollten sich die Menschen der Altstadt Köpenick kleiden wie 1906. Man sah viele in diesem Aufzug was ein wunderbares Flair hervor rief. In dieser Umgebung fand unsere Teezeremonien statt.
Micha stellte mir 2 Teesorten zur Verfügung die ich für die Zeremonie nutzen konnte. Ich wählte einen "Tie Guan Yin" und einen "Milky Oolong". Der "Tie Guan Yin" war nichts besonderes, ein leicht blumiges eher Grüntee ähnliches Aroma. Der Milky Oolong dagegen überraschte mich. Er war entgegen den Tees die ich bisher getrunken hatte mit einer Vanille/ Karamell Note versehen. Die Blätter rochen leicht danach, der Geschmack aber war eindeutig Vanille. 2 Verschiedene Tees überzeugten auch die Besucher. Diese Art der Teebereitung hatten bisher wenige gesehen und Sie waren durch weg interessiert und es machte allen Spaß.

Teekunst heißt Leben für mich, deshalb lege ich auch wert darauf das eine Teezeremonie mit Spaß und Freude verknüpft ist. Es ist keine Steife Angelegenheit sondern soll dem Betrachter Inspiration schenken. Das sagte ich den Besuchern bevor ich anfing Tee zu machen. Tee ist lernen und es gibt zwar einige Faustregeln aber nichts ist unmöglich.
Oft werde ich bei solchen Veranstaltungen nach Ziehzeiten oder Mengen gefragt. Es gibt keine Ultimativen Regeln, es gibt nur probieren und experimentieren. Ein Tee der mit Blumig schmeckt, schmeckt jemand anders vielleicht stark besser.
Jemand fragte mich was den so besonderes an dem Tee ist, es sei doch nichts anderes als Tee in die Kanne und Wasser drauf.
Stimmt, es ist nichts besonderes, es ist einfach eine Kanne + Wasser + Teeblätter = Tee... nicht mehr und nicht weniger. Es ist kein Geheimnis, es ist ganz einfach. Im Prinzip kann ein jeder Tee zubereiten. Doch wer macht sich die Mühe den Tee auch zu genießen und sich Zeit dafür zu nehmen? Das ist es was ich vermitteln möchte, Tee zu achten und zu genießen mit all unseren Sinnen und dabei Freude zu empfingen. Freude am Tee und an der Geselligkeit.



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Mittwoch, 20. Oktober 2010

Bambuskohle


So lange habe ich nach diesem kleinen Wunder gesucht.
Bambuskohle wurde mir von fast jedem Teetrinkenden und Teemeister empfohlen. 


Bambuskohle wird aus kleinen Stücken des Bambus hergestellt. Die Pflanzen sind 5 Jahre oder älter. Diese werden in einem Ofen mit einer Hitze um die 800°C erhitzt.

Bambuskohle ist ein sehr Umweltfreundliches Material welches vielseitige Eigenschaften besitzt und eine hervorragende absorbierende Wirkung hat.
Bambus hat eine einzigartige Mikro-Struktur, nach der Verkohlung wird er noch effektiver.


Bambuskohle kann genutzt werden für:
- Wasser Reinigung, beseitigt organische Substanzen und Geruch
- sterilisiert Trinkwasser , entfernt Chlor aus diesem
Gib die Kohle in das Wasser während Du Tee oder Reis kochst. Die Kohle
absorbiert sämtliches Chlor, Chemie oder schlechte Gerüche des
Wassers. Mineralien die sich im Bambus befinden werden freigesetzt
während des Reis oder Tee Kochens.
- legen sie ein Stück Bambuskohle auf ein elektrisches Gerät, z.B.
Fernseher oder Computer. Bambus Kohle hat eine wunderbaren
elektromagnetische Schutzeigenschaften
- Platziere etwas Kohle in Deinem Tiefkühlschrank gegen Gerüche. Ein
extra Stück im Gemüse nimmt Ethengas auf und hält die Früchte und
Gemüse länger frisch.
- lege etwas der Kohle in Wasser, für 4 bis 5 Stunden, um Dein
Trinkwasser aufzubereiten. Bambuskohle wirkt antibakteriell und
entfernt Giftstoffe und verbessert den Geruch und Geschmack.
- ein Stück im Aquarium hält das Wasser sauberer und lässt die Fische
gesünder sein.
- lege ein Stück in Deinen Kleiderschrank um diesen Trocken zu halten
und die Kleidung oder Schuhe frisch riechen zu lassen
- Bambuskohle kann Feuchtigkeit absorbieren, Gerüche und Gase im Bett
entfernen. Es erhält die frische des Bettes und ist somit perfekt
für einen guten und Erholsamen Schlaf.
- in einer warmen Badewanne relaxen mit einem Stück Bambuskohle. Die
Mineralien setzen sich im Wasser frei und versorgen die Haut mit Ihnen.
Es sorgt für weiche Haut und einen gesunden Blutkreislauf

Was für ein Wundertalent. Da hoffe ich doch das nur die hälfte davon stimmt und ich bin Glücklich. Besonders auf das Teewasser bezogen :D
bambuskohle 

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Samstag, 2. Oktober 2010

Damaskus Teil 2

Vor lauter Aufregung konnte ich kaum schlafen. Meine Schlafstätte teilte ich mit Saris Schwester, schon lange bin ich es nicht mehr gewohnt mein Bett zu teilen.
Trotzdem war ich nach nur 3 Std. Schalf hellwach. Um 10 Uhr sprang ich voller Energie aus dem Bett und wollte meine neue Familie begrüßen.
Doch die war noch nicht wach. Wenn ich zu Hause um diese Zeit aufstand dann werde ich als "Langschläfer" bezeichnet und hier war noch kein Mensch wach?!
Ich wollte in die Stadt, ich wollte mein neues zu Hause erkunden und keiner war da. Allein mit meiner Unruhe ging ich wieder zurück ins Bett. Doch schlaf fand ich keinen.
Um 13 Uhr regten sich die ersten Bewohner.


Man zeigte mir die Wohnung und ich konnte eine Dusche nehmen. Bei einem 6 Personen Haushalt ist es eine tägliche "Challenge" warmes Wasser zu erhalten. Doch als Gast hatte ich einen guten Status was mir meine erste Dusche in warm sicherte.
Sari besorgte mir ein Frühstück. Eine Art Pizza mit Thymian. Etwas trocken aber eine Tasse Tee dazu und alles geht runter.
Nun wollte ich aber die Welt erkunden. Doch Sari teilte mir mit wie ungewöhnlich Spaziergehen in Syrien ist. Die meisten Leute verbringen Ihre Tage zu Hause und schauen Fern. Sie gehen selten raus und wenn, dann zu Freunden um bei diesen fern zu sehen.
Die älteste Stadt der Welt und ich sollte zu Hause bleiben und Fern schauen. Das geht ja mal gar nicht!
Ich pochte also auf mein Recht und Sari musste wohl oder übel raus.
Er führte mich durch die Strassen. Es waren wirklich nicht viele Menschen auf den Strassen. Doch das Stadtbild war im hellen sehr angenehm. Die Kirche neben einer Moschee und umgekehrt.
Ich sah kaum Frauen mit Kopftüchern und wurde auch nicht angestarrt. Ich fühlte mich sehr wohl und hätte kein Problem damit allein durch die Strassen zu streifen.


Anders als erwartet jagte die Stadt mir keine Angst ein. Der Spaziergang war kurz aber er erfüllte mein Wissbegieriges Herz ein bisschen.
Abends erst, ich war todmüde aber voller Energie, nahmen mich die Jungs in die Altstadt von Damaskus mit.
Diese war vollgestopft mit Menschen. Enge Gassen, alte Häuser, ein Laden an den nächsten gedrängt. Lebendig!


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Die engen Gassen gleichen einem Labyrinth.
Sie besuchten mit mir das beste China Restaurant in ganz Syrien.
Ja geht’s noch? Ich fliege nach Damaskus um chinesisch zu essen?
Man sagte mir dass der syrische Koch in China kochen gelernt haben soll. Das merkte man seinen Speisen gar nicht an und auch sonst war das Restaurant eher schmuddelig mit gratis Kakalaken auf der Toilette.

Der erste Eindruck der Stadt:
Eine lebendige und pulsiriende Metropole. Man merkt der Stadt die Veränderungen und die langsam einschleichende Moderne an.
Die Menschen sind freundlich und angenehm.


IMG_7081Stadttor zum Bazar
Damaskus GasseKoran Schule

Freitag, 1. Oktober 2010

Damaskus Teil 1

Lange musstet Ihr warten. Ich musste mich nach meinem Besuch in Damaskus erst einmal sammeln und wieder in meine Welt zurück finden. Zu viel ist seitdem passiert und wenn man denkt alles ist gut, bekommt man wieder einen Schlag und wacht auf, kehrt in die Realität zurück.
Ich will aber nun von meinem Besuch in der Hauptstadt Syriens erzählen. Von meinem Abenteuern und meiner neuen Familie.

Von Sari hab ich ja schon das eine oder andere mal berichtet. Er ist ein Mensch der mich berührt und mir sehr nahe ist. Er versteht mich und kennt mich von allem am besten. Er ist wie ein richtiger Bruder für mich. Darum war ich froh seine Familie kennen lernen zu dürfen und an ihrem Leben teilhaben zu können, zumindest für eine Woche. Das das Leben anders für mich sein würde, dass war mir klar aber wie das sollte ich heraus finden.
Ich hatte Sari zuvor nie gesehen, immer haben wir Stundenlang uns online unterhalten und uns vor allem durch die Kampfkunst verstanden. Sari trainiert seit Jahren die Kampfkünste. Momentan Kick Boxen.
Ich war nervös als ich am Flughafen von Damaskus landete. Was erwartet mich? Werde ich abgeholt? Wie reagiert die Umwelt auf mich?
Der erste Eindruck als ich aus dem Flugzeug stieg? Nichts, ich sah nur weite... vielleicht ein Feld aber kein Haus. Erst als ich in den Bus stieg konnte ich das Flughafengebäude erkennen das sich hinter dem Flugzeug auftat. Flughafengebäude? Es sah eher wie ein Gartenhäuschen aus. Nun das ist vielleicht übertrieben aber groß war es nicht gerade. Ein Flughafen für eine Großstadt? Eine Hauptstadt? Was hatte ich erwartet?
Wenn ich ehrlich bin, dann hatte ich nichts erwartet. Ich wollte die Reise auf mich zukommen lassen und mich Überraschen lassen.


Zuerst aber musste ich durch die Zollkontrolle und das war ein wirklicher Gedultsmarsch für mich. So eine langsame Bürokratie hatte ich zuvor nur in der syrischen Botschaft erlebt. Gut das ich mein Visum schon hatte aber auch das half mir nicht durch die Kontrolle ohne 1 Std. Wartezeit.
Der Zollbeamte war nett aber er verstand kein englisch und mein arabisch ist, nun wie soll ich sagen... noch nicht vorhanden. Es ist schon komisch sich nicht verständigen zu können... aber auch irgendwie interessant, man nimmt Mimik und Gestiken wesentlich genauer wahr als sonst. Zwar quatschte der Beamte arabisch aber ich merkte doch, dass es wenig mit meinem Pass zu tun hatte. Naja stur lächeln und Winken war meine Devise.
Nach 90min war ich durch die Kontrollen und wartete weitere 30 min auf mein Gepäck. Würde Sari so lange warten?
Der Flug hatte ohnehin schon Verspätung.
Er wartete und war mindestens genauso nervös wie ich. Sein Bruder Samer war ebenfalls am Flughafen und brachte mich wohl behalten in mein neues zu hause. Es war nun 4 Uhr Nachts und ich war müde aber zu aufgeregt um schlafen zu können. Im Auto war mein Blick auf die Straßen und Schilder gerichtet.


Ich war in China unterwegs und kannte somit das Gefühl kein Straßenschild lesen zu können.
Der Flughafen war etwas außerhalb der Stadt.
Sari war wohl aufgeregter als ich, als ich im Auto saß konnte ich mich nun endlich entspannen, ich war in Sicherheit, musste kein Hotel irgendwo suchen.
Ständig entschuldigte Sari sich das sein Haus nicht so luxuriös ist wie es sich gehörte.


Das war es doch aber was ich wollte. Ich wollte leben wie ein normaler Mensch. Ein Luxushotel hält mich von den Menschen fern aber ich wollte sie kennen lernen und mit Ihnen reden und Ihre Geschichten hören. Ein Bett zum schlafen und ein Dach über dem Kopf war alles was ich brauchte.
Das Auto fuhr in die Stadt und das erste was ich hell erleutet sah war eine Kirche und gleich daneben eine Moschee. Was für ein Stadtbild.
Wir fuhren durch enge Gassen, an kleinen Läden vorbei. Ich bekam den ersten Eindruck von meinem neuen zu hause. Die Häuser waren nicht hoch, auch nicht schön und doch fühlte ich die Stadt leben.


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Angekommen lernte ich gleich die ganze Familie kennen. Ich war überrascht das sie alle so gutes Englisch sprachen und ein bisschen betrübt das ich somit wahrscheinlich kein arabisch lernen würde. Saris Mutter hingegen sprach kein Englisch und mit Übersetzungskraft konnten wir gut kommunizieren. Sie hießen mich freundlich und warm willkommen.
Ja hier hatte ich nun meine 2te Familie gefunden, Saris Vater war noch nicht da. Erst ein paar Tage später durfte ich auch diesen interessanten Menschen kennen lernen... Jeder ist auf seine Weise etwas besonderes.
Bald jedoch sollte ich merken wie anders das leben hier wirklich ist...

meine ersten Tage folgen bald... 

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