Tee als Mittel zur Kommunikation und Integration

Viele meiner Tee-Seminaren waren Treffpunkte von Menschen unterschiedlichster sozialer oder ethnischer Herkunft mit unterschiedlichen religiösen und politischen Ansichten. Egal - bei einem Tee kamen sie zusammen, unterhielten sich und wurden Freunde für den Augenblick oder auch länger.
Dieses war auch einer der Gründe warum ich mich mehr und mehr mit der Teekunst beschäftigte. Mittlerweile mehr als 20 Jahre.



In nahezu jedem Winkel unserer Erde finden wir Tee und dazu eine kleine Teekultur.
In den arabischen Ländern wird Tee häufig zur Begrüßung, Geschäftsanbahnung oder -abschluss ausgeschenkt. So wurde ich damals bei meiner Reise nach Damaskus mit einer Tasse Schwarztee begrüßt. In China gibt es Tee in den meisten Restaurants kostenlos zum Essen dazu und die Teezeremonie ist in China wie auch in Japan Kult.
Der 5 o´clock Tea in England ist so ziemlich jedem ein Begriff. In Rußland wird z.B. Tee mit Marmelade serviert. In Südamerika ist es zwar kein "echter" Tee  (von der Teepflanze Camelia Sinesis) sondern klein geschnittene Blätter vom Mate-Strauch, welche meist heiß getrunken werden.
Sehen wir uns alle Kulturen einmal an, stellen wir fest, das Tee selten allein getrunken wird sondern immer in einer Gruppe, mit Freunden, Verwandten oder Kollegen.

Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass in meinen Tee-Seminaren die unterschiedlichsten Menschen aufeinander treffen. Vom Vollzeit Kaffeetrinker, zum Biertrinker, alles ist dabei. Bei einer Schale Tee tauscht man sich aus und findet zusammen.

Wie ist das möglich?
Vor Jahren hatte ich ein Erlebnis in einem Tempel. Dort wurde zu einer Teezeremonie geladen. An 5 Tischen saß jeweils ein Teemeister. Wir betraten den Raum und durften Platz nehmen. Doch sollten wir nicht mit unserer Begleitung an einem Tisch sitzen sondern getrennt voneinander. Das schulte die Aufmerksamkeit dem Tee gegenüber und verleitete nicht zum Reden und Quatschen. Es ist mir aber noch mehr an diesem Tag aufgefallen: wie die unterschiedlichen Menschen, die mit mir am Tisch saßen ihren Tee tranken, sagte etwas über ihren Charakter aus und ließ, obwohl kein Wort gesprochen wurde, uns ein wenig näher kennen lernen.
Dieses TEEma war so spannend für mich, dass ich diesen Gedanken verinnerlichte und fortan mehr auf meinen Gegenüber achte.

Vor einigen Monaten war ich zu Besuch in einem kleinen Teehaus. Dort hatten wir 5 Sprachen, 6 verschiedene Nationalitäten und 7 Menschen am Teetisch. Wir einigten uns auf Englisch als Tagessprache. Obwohl wir alle in anderen Teilen der Erde geboren waren, kamen wir doch hier an dem Teetisch zusammen.

Die Teekunst bringt also die Menschen zusammen, über den Tee lernt man sich kennen und respektieren.
Viele Unternehmen sind heute sehr international. Mitarbeiter aus Indien, China oder Südamerika aber auch Osteuropa gehören heute nicht selten zu einem Team aus Experten. Das kann vermehrt zu Schwierigkeiten in der Kommunikation führen. Jede Kultur hat Ihre Eigenheiten und für uns heißt es aufeinander zugehen und sich verstehen lernen.
Unterschiedliche Kulturen sind die eine Sache aber oft haben wir es auch mit unterschiedlichen Charakteren zutun, auch diese können am Teetisch abschalten, mich auf eine Reise begleiten und bei einer Schale Tee zusammen finden.
Vor einer Schale Tee sind wir alle gleich und können uns ungezwungen kennenlernen.
Sie fragen sich wie das funktionieren soll? Sprechen Sie mich an und besuchen sie mich bei einer Teerunde und Sie werden es schnell verstehen.

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